Internationaler Frauentag - SPD Treffen im Café Borrelli

Veröffentlicht am 27.03.2020 in Ortsverein
 

Anlässlich des Weltfrauentags am 8.März kamen auf Einladung der SPD drei Generationen von Frauen im Café Borrelli zusammen, um über die Situation von Frauen zu sprechen und dabei einen gemütlichen Kaffee zu genießen.

Birgit Michaelsen nutzte die Gelegenheit und gab einen ausführlichen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Frauenbewegung sowie des Frauenwahlrechts.  

Die SPD war die einzige Partei, die das Frauenwahlrecht in ihrem Programm hatte und immer wieder entsprechende Anträge im Reichstag einbrachte. Auf dem Parteitag 1891 nahm die SPD neben der Forderung des Frauenwahlrechts auch die Abschaffung aller Gesetze die Frauen benachteiligten in ihr Parteiprogramm auf.

Obwohl die Frauen in den Fabriken schufteten, durften sie bis 1919 nicht wählen, bis 1908 keiner Partei beitreten, sie konnten über das von ihnen verdiente Geld nicht verfügen und sie hatten kein Recht auf Bildung. Erst die Weimarer Verfassung ermöglichte die staatsbürgerliche Gleichstellung von Männern und Frauen. Die NS-Zeit mit dem Ideal der „Mutter“ bedeutete jedoch eine Kehrtwende.

Nach dem 2.  Weltkrieg mussten die Frauen für den heute selbstverständlichen Paragrafen im Grundgesetz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ erneut kämpfen. Die Realität gestaltete sich jedoch so, dass bis 1958 der Ehemann das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder hatte. Auch wenn er seiner Frau erlaubte zu arbeiten, verwaltete er ihren Lohn. Dies änderte sich erst schrittweise. Ohne Zustimmung des Mannes durften Frauen noch bis 1962 kein eigenes Bankkonto eröffnen. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war und ist eine der größten Herausforderungen. Frauen, die in den 50er und 60er Jahren arbeiten gingen, mussten sich oft dem Vorwurf der „Rabenmutter“ stellen. Frauen der späteren Generation wurden belächelt, wenn sie „nur“ Hausfrau waren.

Einig waren sich die anwesenden Frauen, dass es nach wie vor an gesellschaftlicher Wertschätzung für die Arbeit der Frauen mangelt. Sie haben die größten Einbußen im Bereich der Lohn- und Lebensqualität hinzunehmen. Der Teufelskreis von Teilzeit, Niedriglohn, und Altersarmut ist eine Aufgabe, der sich alle politisch Verantwortlichen stellen müssen. 

(H. Wolf-Pfeifer)

Unser Treffen zum Frauentag scheint eine Ewigkeit her zu sein. Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben lahmgelegt und damit alle für dieses Jahr geplanten Aktivitäten in Frage gestellt. Wir wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern, dass sie die Zeit der Restriktionen gut überstehen. Unsere Jusos bieten ihre Hilfe beim Einkaufen an für alle, die selbst das Haus nicht verlassen können oder dürfen. Informationen finden Sie unter www.oestringen.de

Bitte schützen Sie sich und andere und bleiben Sie gesund!