Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD konnte kürzlich Karl-Heinz Breitner in Östringen geehrt werden. Karl-Heinz trat Ende 1971 in die Partei ein und hielt ihr in all den Jahren stets die Treue. Er war ein gern gesehener Gast bei allen Veranstaltungen des Ortsvereins und fungierte einige Jahre als Kassenprüfer, bis ihn gesundheitliche Probleme daran hinderten.
Normalerweise finden die Ehrungen verdienter Parteigenossen im Rahmen der Winterfeier statt. Da diese aber ausfallen musste, besuchten die Ortsvereinsvorsitzende Birgit Michaelsen und ihre Stellvertreterin Silke Bott den Jubilar zu Hause, um ihm eine Urkunde zu überreichen und die goldene Ehrennadel anzuheften. Ein Weinpräsent rundete die Gratulation ab.
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus unter dem diesjährigen Motto „Haltung zeigen“ veranstaltete der SPD-Ortsverein Östringen/Tiefenbach in Zusammenarbeit mit der Stadt Östringen und der Antidiskriminierungsstelle Karlsruhe einen Workshop in der Pfeffermühle.
Geleitet wurde dieser von Eva Hys und Nasrin Farkhari, die den Mitgliedern und Gästen eine gelungene Mischung aus informativem Vortrag, Anstößen zur eigenen Reflexion und Rollenspiel boten. Die Anwesenden sollten für die Themen Rassismus und Diskriminierung insbesondere im Alltag sensibilisiert werden mit dem Ziel, selbst aktiv zu werden und Haltung zu zeigen.
Zunächst wurden anhand von Alltagssituationen die Begriffe Beleidigung, Diskriminierung und Rassismus voneinander abgegrenzt. So berichtete ein Betroffener, wie beispielsweise die Bezeichnungen „Itaker“ oder „Spaghettifresser“, die er fast sein ganzes Leben lang gehört hat, ihn negativ geprägt haben. Einig war man sich, dass es auf den Kontext ankommt, aber diese immer wiederkehrenden Stiche sehr verletzend sind.
Unsere Sozialisation bestimmt unseren Blick auf die Welt und führt zu Schranken in unserem Kopf, die nur schwer zu überwinden sind. Selbst Philosophen der Aufklärung wie Kant und Hegel seien daran nicht unschuldig, so die Referentinnen. Die Dominanz der weißen „Rasse“ (der Begriff stammt eigentlich aus der Tierwelt) hat eine lange Tradition und diente der psycho-kulturellen Rechtfertigung des Kolonialismus sowie der Sklaverei und damit der Unterdrückung der Ureinwohner Amerikas und Afrikas zum wirtschaftlichen Nutzen der „Entdecker“. Der englische Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain schrieb ein Standardwerk des theoretischen Rassenantisemitismus und wurde damit zum Wortgeber Hitlers.
Viele von uns glauben, dass wir diese Einstellungen in unserer modernen, toleranten und multikulturellen Gesellschaft nicht nur weitestgehend überwunden haben, sondern auch Chancengleichheit bieten. Mit einem eindrücklichen Rollenspiel dazu sowie einem Handytest zur Diversität in unserem privaten Umfeld machten die Referentinnen den Anwesenden deutlich, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben.
Oft sind wir uns der Nadelstiche, die sich in unserer Sprache ausdrücken, nicht bewusst. Sei es der „hautfarbene“ Stift, der Frage nach der Herkunft bei gebürtigen Deutschen, der Pauschalisierung z.B. „der“ Afrikaner oder dem Kompliment „Sie sprechen aber gut Deutsch“. Sprache wirkt, darüber sollten wir uns immer wieder bewusst werden.
Am Ende der Veranstaltung dankte die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins den beiden Referentinnen für die gelungene Veranstaltung und der Integrationsbeauftragten Daniela Blech-Straub für die Vorarbeit und die Beantragung der finanziellen Förderung durch den Landkreis Karlsruhe. Ein gemeinsames Essen rundete den interessanten Abend ab.
Heidi Wolf-Pfeifer
Die über 1.600 Mitglieder der SPD Karlsruhe-Land wurden zum Kreisparteitag am kommenden Freitag, 1. April, um 19 Uhr in die Festhalle Stutensee-Blankenloch eingeladen. Die Stutenseer Oberbürgermeisterin Petra Becker wird am Kreisparteitag, bei dem ein neuer Kreisvorstand gewählt wird soll, ein Grußwort sprechen. Ebenso wird der neue Europaabgeordnete Dr. René Repasi Worte an den Parteitag richten. Neben dem Bericht der Kreisvorsitzenden Alexandra Nohl und Christian Holzer wird Bürgmerister und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Markus Rupp von der Kreistagsarbeit berichten. Auch soll den Landtags- und Bundestagskandidierenden der SPD gedankt werden.
Der SPD-Kreisvorsitzende Christian Holzer konnte zahlreiche Mitglieder zur Re-Aktivierung des Arbeitskreises Europa der SPD Karlsruhe-Land in Bruchsal willkommen heißen. Er freute sich über das große Interesse an Europa, ist Europa aus seiner Sicht „unser aller Zukunft“. Neben den Mitgliedern konnte Holzer den neuen Europaabgeordneten Dr. René Repasi begrüßen. Repasi ist Mitglied der SPD Karlsruhe-Land und rückte am 1. Februar ins Europaparlament nach. Er berichtete von seinen ersten Wochen als Abgeordneter und über neue Herausforderung wie den Ukraine-Krieg.
Den Internationalen Frauentag am 8. März nutzten die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Birgit Michaelsen, und ihre Stellvertreterin Silke Bott, um den Mitarbeiterinnen der Tagespflegeeinrichtungen in Östringen und Odenheim einen Besuch abzustatten und ihnen bunte Primeln zu überreichen.
Der Frauentag, ursprünglich ein weltweiter Kampftag für das Frauenwahlrecht, erinnert jedes Jahr daran, dass die Gleichberechtigung der europäischen Frauen vor allem im Hinblick auf eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeit sowie ihrer beruflichen Perspektiven keinesfalls erreicht ist. Dies zeigt sich vor allem in den sozialen Berufen, die immer noch mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden. Aber auch die Hausarbeit sowie die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen lastet zum größten Teil auf den Schultern von Frauen. Leider auch im 21. Jahrhundert…