Armut darf nach Ansicht der SPD-Kreistagsfraktion Karlsruhe nicht gesellschaftliche Normalität werden. Und dennoch sei man auf dem „schlechtesten Weg“ dorthin, so der Fraktionsvorsitzende Markus Rupp (Gondelsheim). Denn nach dem neuesten Armutsbericht ist bereits jeder 8. Bundesbürger arm. In dieser Hinsicht seien die „Tafelläden“ für die Fraktion segensreiche Einrichtungen, gleichzeitig empfänden die Sozialdemokraten aber die pure gesellschaftliche Notwendigkeit von Tafelläden beschämend.
Die Tafelläden in Bruchsal, Bretten, Ettlingen, Waghäusel, Bad Schönborn, Philippsburg und Oberderdingen sind ein Projekt der Region. Die Betreiber von Caritas, Diakonie, DRK und Verein Kraichgau Hilfe sammeln Lebensmittel ein, die sie sehr günstig verkaufen. Einkaufsberechtigt sind Menschen, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung etc. beziehen, Menschen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes „ihr täglich Brot“ nicht finanzieren können. Einkommensnachweise müssen vorgelegt werden.
Mein Beruf - Mein Leben: Ausstellung in den Schloss Arkaden
Landtagsabgeordneter Andreas Stoch: "Unser Wirtschaftsstandort kann sich schlecht oder überhaupt nicht ausgebildete Menschen nicht leisten".
Für beinahe 9 Millionen Euro sind die Beruflichen Schulen Bretten erweitert wurden; 15 Millionen Euro sollen jetzt für den Ausbau der Käthe-Kollwitz-Schule in Bruchsal aufgewendet werden. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Markus Rupp (Gondelsheim) ist dies der Beweis, dass der Landkreis Karlsruhe „seine Hausaufgaben zum Wohle der Kinder macht“. Gleiches lasse sich vom Land Baden-Württemberg aber in Sachen Unterrichtsversorgung an den Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Karlsruhe nicht behaupten. Eine Anfrage der SPD-Fraktion wurde nun seitens der Landkreisverwaltung beantwortet. Ergebnis: Im Schuljahr 2008/09 hatte es einen Fehlstundenanteil von 7,7% an den Berufsschulen des Landkreises Karlsruhe gegeben. Jede 13 Schulstunde fiel somit aus. Ein Wert, der sogar noch deutlich über dem Landesdurchschnitt von 4,6% lag. „Dies ist nicht zu akzeptieren“, so Rupp.